Das Material Leder

Leder


Inhalt

1. Die Geschichte des Leders
2. Wie wird Leder hergestellt und wofür wird es verwendet?
3. Welche Eigenschaften hat Leder?
4. Wie kann man Leder pflegen?
5. Der Unterschied zwischen echtem Leder und Kunstleder


Leder

Leder ist den meisten Menschen heute als qualitativ hochwertiges Naturprodukt geläufig, das vor allem bei Bekleidung, Schuhen oder Möbeln Anwendung findet. Jedoch hat das Leder auch den Weg in die Schmuckwelt gefunden. Zahlreiche Uhrenbänder und auch Armbänder sind aus Leder gefertigt oder kombinieren andere Materialien wie Silber, Kupfer oder Edelstahl mit dem Naturmaterial. Kaum einer denkt beim Anblick von Leder, dass es zu den ältesten Materialien auf der Welt gehört, die Menschen je hergestellt haben. Seit wann gibt es das Leder eigentlich schon? Wie wird Leder hergestellt, wofür wird es verwendet und durch welche Eigenschaften zeichnet sich Leder aus? Und ganz wichtig für Sie, wenn Sie Leder beziehungsweise Lederschmuck tragen oder sich dafür interessieren: Wie pflegt man Leder richtig? Wir haben Ihnen einen interessanten Überblick mit den wichtigsten Informationen zum Thema Leder zusammengestellt.

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1. Die Geschichte des Leders

Die Geschichte des Leders lässt sich aus heutiger Sicht auf etwas weniger als sechs Jahrtausende zurück verfolgen. Bereits im 4. Jahrtausend v. Chr. wurden im alten Ägypten Gegenstände aus Leder verwendet. Auch die als „Özti“ bekannte 5300 Jahre alte Eismumie aus der späten Jungsteinzeit trug bereits Schuhe und Oberbekleidung, die aus Leder gefertigt wurden. Kurz vor und nach der Zeitenwende war Leder besonders im Römischen Reich gefragt, da es für die Ausrüstung der Legionäre benötigt wurde und ein wichtiges Handelsgut im Mittelmeerraum darstellte. Vom etwa 3. Jahrhundert an oblag der Lederhandel römischer Aufsicht; die damaligen Produktionszentren lagen vermutlich in Spanien und im Süden Frankreichs. Im Mittelalter war die Lederproduktion dann in Teilen Asiens und in Nordamerika wesentlich fortschrittlicher als die Herstellung in Europa. Erst im Jahre 1749 wurde im Elsass die erste Safileder-Fabrik gegründet und in einigen deutschen Städten wurden im 18. Jahrhundert Lederfabriken errichtet, die auf einzelne Lederarten spezialisiert waren. Rossleder kam beispielsweise aus Holstein, und Sohlleder aus alter Grubengerbung wurde in Trier produziert.

2. Wie wird Leder hergestellt und wofür wird es verwendet?

Das Ausgangsmaterial, aus dem Leder hergestellt wird, sind Tierhäute verschiedenster Art. Etwa 95 Prozent der weltweit zu Leder verarbeiteten Tierhäute entstammen von Rindern und Kälbern, Schweinen oder Schafen und Ziegen. Der Grund dafür liegt darin begründet, dass jene Tierhäute ein Nebenprodukt der Lebensmittelindustrie sind. Der restliche Anteil an Tierhäuten entstammt von Wild, Bisons, Büffel oder Fischen, aber auch von exotischeren Tieren wie beispielsweise von Straußen, Kängurus, Krokodilen oder Schlangen.

Die eigentliche Herstellung des Leders erfolgt durch Gerbung der tierischen Häute, die dazu führt, dass die Haut haltbar gemacht wird und nicht verwest. Die ursprüngliche Gerbung ist der Vermutung nach eine Zufallsentdeckung. Die Häute und Felle der Tiere sollten bereits in der Steinzeit die menschlichen Körper vor Kälte und Nässe schützen und wurden damals nach der Trocknung mit Fetten eingerieben, woraus sich später verschiedenste Gerbungsverfahren entwickelten. Die heutige Gerbung stellt einen langwierigen Prozess dar, in welchem zahlreiche Schritte aufeinander abfolgen. Je nachdem, ob Leder mit Tierhaaren oder Leder ohne Tierhaare hergestellt werden soll, wird in Pelzgerbung und in Ledergerbung unterschieden. Beim Gerben wirken Gerbstoffe in die tierische Haut ein und verändern die Eigenschaften der Proteine in der Haut so, dass Leder daraus entsteht. Abhängig davon, welche Gerbstoffarten bei der Gerbung verwendet werden, lassen sich die Gerbung mit Mineralsalzen, die pflanzliche Gerbung, die Fettgerbung, die synthetische Gerbung sowie die Aldehydgerbung voneinander unterscheiden. Der Gerbungsprozess lässt sich bei allen Gerbungsarten im Wesentlichen in drei Phasen einteilen: dem Entquellen des Kollagens im Bindegewebe, dem Eindringen und Durchdringen des Gerbextrakts, die Bindung und Fixierung an die Hautfaser.

Wofür wird das Leder aber nun verwendet? Die Verwendung von Leder unterscheidet sich heute zwar in einigen Punkten von der Lederverwendung in der Steinzeit, Antike oder im Mittelalter, jedoch ist der Hauptverwendungszweck der Gleiche geblieben. Der Großteil des heute weltweit produzierten Leders wird für Bekleidung hergestellt. Überwiegend wird Leder in der Bekleidungsindustrie für die Verarbeitung von Schuhen verwendet. Das Leder für Schuhe entstammt dabei hauptsächlich von Rindern, Kälbern, Schafen oder Ziegen. Weiterhin findet sich Leder bei zahlreichen weiteren Kleidungsstücken wie Jacken, Mänteln, Handschuhen oder Hüten wieder. Auch für die hierzulande und in Österreich beliebten Trachten ist Leder ein fester Bestandteil. Ein Oktoberfest ohne Lederhosen wäre wohl undenkbar. Ebenso für Schutz- und Funktionskleidung, wie beispielsweise Helme oder Motorradausrüstung, dient das natürliche Produkt als Material. Desweiteren spielt Leder heute bei sexuellen Ausrichtungen eine wesentliche Rolle. In der BDSM-Szene sind Lederkleidung und Lederaccessoires äußerst populär.

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Abgesehen von der Bekleidungsindustrie wird Leder auch bei zahlreichen Accessoires gebraucht. Nennen lassen sich hier Handtaschen, Geldbörsen, Etuis, Gürtel und natürlich Schmuck. Beim Schmuck finden sich zum Beispiel Uhren mit Lederarmbändern, Armschmuck aus Leder oder auch Haarschmuck, in dem Leder verwendet wird. Desweiteren werden in der Schmuckwelt Lederschnüre für Ketten mit Kettenanhängern hergestellt. Viele Schmuckstücke kombinieren andere Materialien wie Silber, Kupfer oder Edelstahl mit dem Naturmaterial. Neben Accessoires aus Leder und Lederbekleidung spielt das natürliche Material unter anderem auch bei der Produktion von Möbeln, Sportgeräten, Bällen, Fahrzeugausstattung, Satteln oder Hundeleinen eine wesentliche Rolle.

3. Welche Eigenschaften hat Leder?

Die Eigenschaften von Leder gestalten sich äußerst vielfältig, worin mit Sicherheit auch eine Begründung für die vielen Anwendungsbereiche von Leder liegt. Da Leder ein tierisches Naturprodukt ist, weist es hautähnliche Eigenschaften auf. Es lässt sich als ein robustes, reißfestes, zähes und haltbares Material charakterisieren, welches sich aber ebenso durch Geschmeidigkeit auszeichnet. Einer der Vorteile, über die Leder verfügt, ist, dass es von außen wasserundurchlässig ist und vor Wind schützt und dennoch atmungsaktiv ist. Das bedeutet, dass Leder von innen die Körperfeuchtigkeit aufnehmen und ableiten kann. Da Leder eine hohe natürliche Elastizität hat, passt es sich der Bewegung des Körpers ausgezeichnet an und lässt sich bequem am Körper tragen.

4. Wie kann man Leder pflegen?

Um die Qualität des Leders zu erhalten, ist natürlich auch die richtige Pflege notwendig. Je nachdem, wie das Leder hergestellt wurde, wozu es verwendet und wie es beansprucht wird, hängt die Lederpflege ganz individuell davon ab. Bei sehr wertvollen Lederobjekten sollte deshalb mit Pflegemitteln vorsichtig umgegangen oder ein Fachmann, wie ein Lederrestaurator, zu Hilfe gezogen werden. Leder sollte einen Wassergehalt von 14 bis 18 Prozent aufweisen und nimmt mit steigenden Fettgehalt des Leders ab. Durch den Wassergehalt des Leders werden unter anderem Reißfestigkeit und Elastizität beeinflusst. Lederpflegemittel sollten in jedem Fall folgende Funktionen erfüllen: Hydrophobierung (Wasserabweisung), Oxidationsschutz, Schutz vor UV-Licht, Erhaltung von Farbe und Elastizität. Bekannte Pflegemittel für Lederprodukte sind Schuhcreme, Lederfett, Lederöl, Lederbalsam oder Sattelseife. Die meisten Lederpflegemittel basieren auf Paraffinen und anderen Zusätzen. Die damit beschichteten Lederprodukte werden hiermit besonders vor dem Kontakt mit Wasser und Sauerstoff geschützt. Lederpflege, die auf der Basis von biologischen Fetten hergestellt wurde und ebenso angeboten wird, kann nach einiger Zeit ranzig werden und zu löchrigem Leder, bekannt als Fettfraß, führen.

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5. Der Unterschied zwischen echtem Leder und Kunstleder

Da echtes Leder einer aufwändigen Herstellung bedarf, ist das Naturprodukt auch recht teuer. Heute gibt es neben echtem Leder auch verschiedene Lederimitate, die als günstigere Alternative angeboten werden. Ausgangsstoffe für Kunstleder sind nicht Tierhäute wie beim echten Leder. Bei Kunstleder handelt es sich um ein Naturfasergewebe beziehungsweise Kunstfasern, welche zumeist mit einer weichen PVC-Schicht beschichtet sind. Diese Beschichtungen können sowohl kompakt als auch geschäumt ausgeführt werden und an der Oberfläche genarbt sein, um optisch der Lederstruktur stark zu ähneln. Produkte aus Kunstleder können Eigenschaften von echtem Leder entsprechen und mitunter sogar noch bessere Eigenschaften aufweisen. Wenn es allerdings darum geht, die zahlreichen positiven Eigenschaften gleichzeitig zu bündeln, ist echtes Leder dem Kunstleder überlegen.