Das Material Silber

Silber Schmuck


Inhalt

1. Wie wird Silber gewonnen?
2. Geschichte von Silber
3. Welche Eigenschaften hat Silber und wo wird es verwendet?
4. Wie kann man Silber pflegen?
5. Feingehalt, Neusilber und Sterlingsilber


Silber - ein Edelmetall

Schönes glänzendes Silber ist den meisten Menschen vor allem in Form von schimmernden Schmuckstücken bekannt. Es lässt sich sehr vielseitig einsetzen und begeistert in Form von Ringen, Ketten oder auch Armschmuck. Doch kaum einer weiß, woher das Silber eigentlich stammt und in welchen Bereichen es noch zum Einsatz kommt. Dazu haben wir Ihnen hier ein paar nützliche Informationen zusammengestellt, sodass Sie nach dem Lesen des Artikels mit einem umfassenden Wissen über Silber glänzen können.

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1. Wie wird Silber gewonnen?

Silbererze treten in der Natur sowohl in Verbindungen mit Begleitmetallen als auch gediegen auf. Die Begleitmetalle spielen wertmäßig kaum eine Rolle. Unter gediegenem Silber versteht man das Vorkommen von Silber als reines chemisches Element. Die Silbererzquellen sind in Europa weitgehend erschöpft, jedoch gibt es noch zahlreiche entlang der gesamten Westküste Amerikas. Heute wird weniger als ein Viertel der Gesamtproduktion von Silber aus Silbererzen gewonnen. Eine viel bedeutendere Rolle spielt die Herstellung von Silber als Nebenprodukt beim Blei-, Zink- und Kupferabbau. Die Blei-, Zink-, Kupferlagerstätte Mt. Isa ist deshalb gleichzeitig auch eine der größten Silberlagerstätten. Sogar in Golderzen ist ein kleiner Silberanteil enthalten, der seinen Teil zur Silberproduktion beiträgt.

2. Geschichte von Silber

Die ältesten Funde stammen aus Ägypten in der Zeit um 4000 v. Chr.. Damals hatte Silber lange nicht die Bedeutung wie Gold, war allerdings durch seine relative Seltenheit zeitweise wertvoller. Die massenhafte Silberproduktion begann um 500 v. Chr. in Griechenland. Die Griechen haben Silber zum Währungsmetall des Altertums gemacht und ihm somit eine viel größere Bedeutung als Gold zugeschrieben. Auch in Rom galt Silber ab 296 v. Chr. als Währungsmünze. Die Silberproduktion im römischen Reich stagnierte erst mit dessen Niedergang im fünften Jahrhundert n. Chr.. In der Zeit des Mittelalters wurden in Europa etwa 200.000 bis 300.000 Tonnen Silber abgebaut. Besonders im deutschsprachigen Raum, zum Beispiel im Erzgebirge, Harz und Südschwarzwald, wurde das edle Metall in solchen Mengen aus dem Berg geholt, sodass das Silbervorkommen am Ende des Mittelalters weitgehend erschöpft war. Mit der Neuzeit kam das in Mittel- und Südamerika (Peru, Chile, Argentinien) produzierte Silber über Spanien nach Europa.  Ab 1800 verlagerte sich die Hauptproduktion von Silber schließlich nach Nordamerika (Mexiko, Kanada, USA). Heute wird Silber größtenteils als Nebenprodukt beim Blei- und Zinkabbau gewonnen.

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3. Welche Eigenschaften hat Silber und wo wird es verwendet?

Silber hat die höchste elektrische und thermische Leitfähigkeit aller Metalle und wird deshalb als Kontakt- und Leitmaterial in der Industrie genutzt. Je nach Anwendungsbereich werden Silberlegierungen oder -verbundwerkstoffe verwendet, da reines Silber aufgrund bestimmter Eigenschaften, wie eine geringe Härte, für industrielle Zwecke ungeeignet ist. Durch seine antibakterielle Eigenschaft verwendet man Silber bei der Herstellung verschiedenster medizinischer Produkte, wie silberhaltige Cremes oder Wundauflagen. Die meisten Schmuckwaren bestehen ebenfalls aus Edelmetalllegierungen, wodurch sie eine gute Verarbeitbarkeit und günstige Trageeigenschaften aufweisen. Silber ist besonders beliebt für die Herstellung von Modeschmuck und preisgünstiger Alternativen zum Goldschmuck. Nichtmetallische Werkstoffe, wie Email oder Niello, werden ins Silber eingeschmolzen. Schmuckwaren werden heute überwiegend industriell gefertigt und nur noch selten individuell geschmiedet. Auch als Tafelsilber, in Form von Pokalen oder für luxuriöse Ausstattungs- und Gebrauchsgegenstände, wie Leuchter, Bilderrahmen, Rauchutensilien und Schreibgeräte, wird Silber gern verwendet. Als Zierelemente werden Strukturen mit Sticheln, Meißeln und Punzen in die blanke Oberfläche eingeschnitten, eingedrückt oder eingeschlagen. Silberwaren werde abschließend mit einer feinen Silberschicht überzogen und mit einem Bimsstein geschliffen und poliert, um die typische weiß glänzende Silberfläche und die charakteristisch starke Reflexion zur Geltung zu bringen.

4. Wie kann man Silber pflegen?

Silber hat die positive Eigenschaft, an der Luft nicht zu oxidieren. Nach längerer Zeit treten jedoch gelbe, braune oder blauschwarze Verfärbungen auf. Dies ist darauf zurückzuführen, dass Silber eine Verbindung mit Schwefel aus der Luft bzw. aus Speisen wie Eier, Senf oder Spinat, eingeht. Starke Temperaturunterschiede und eine hohe Luftfeuchtigkeit verstärken die Reaktion. In handelsüblichen Silberreinigungsmitteln ist ein Anlaufschutz enthalten, der einen dünnen Schutzfilm auf den Schmuck aufträgt. Das Anlaufen wird dadurch für längere Zeit unterbunden. Tafelsilber sollte gut verschlossen in Kunststoffbeuteln aufbewahrt werden, um es vor Silber, Chlor und Säuren zu schützen. Eine gründliche Reinigung nach der Verwendung des Bestecks ist unerlässlich, da sich Salzrückstände nach längerer Zeit in das Silber hineinfressen. Mit Tauchbädern lässt sich Silberschmuck schnell reinigen, allerdings gilt es zu beachten, dass eventuelle Verzierungen beschädigt werden können.

Ein Hausmittel, falls es kein teures Reinigungsmittel sein soll (Achtung: Nicht für Schmuckstücke geeignet, die mit empfindlichen Edelsteinen bestückt sind): Fertigen Sie ein kleines Nest aus Alufolie an. Legen Sie Ihre silbernen Schmuckstücke hinein und geben je nach Verschmutzungsgrad ein oder zwei Teelöffel Salz und etwas heißes Wasser dazu. Diese Mischung sollte kurze Zeit einwirken und schon bald werden Sie feststellen, dass das Silber wieder heller wird. Nehmen Sie das Silber aus dem Nest heraus, waschen es einmal gründlich mit klarem Wasser ab und polieren es abschließend. Es sieht aus wie neu!

Noch ein kleiner Tipp: Durch die tägliche Verwendung Ihres Silberschmucks und Silberservices reinigen sich Ihre Silberwaren ganz von allein.

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5. Feingehalt, Neusilber und Sterlingsilber

Der Feingehalt gibt den Gehalt von Edelmetallen und den damit verbundenen Edelmetallwert in Gewichtsanteil pro Tausend an. Jedes Land hat unterschiedliche Gesetze, in denen die zulässigen Feingehalte von Schmucklegierungen geregelt sind. Sterlingsilber 925/000 hat einen Feingehalt von 92,5 %. Neusilber hat im Prinzip nur wenig mit Silber zu tun, da es eine Legierung aus Kupfer, Nickel und Zink ist und lediglich ein silberähnliches Aussehen vorzuweisen hat.