Die Funktion von 3D-Brillen


Inhalt

1. Wieso können wir überhaupt Bilder in 3D sehen?
2. Effekte durch verschiedene Farben- Anaglyphenbrille
3. 3D-Bilder durch Polarisation- Polfilterbrille
4. Eine Brille mit wertvollem Inhalt- Shutterbrille
5. Warum kann es zu Beeinträchtigungen kommen?


3D-Brillen

Ein häufiger Fakt: Wir nehmen etwas wahr, weil man uns manipuliert. Unseren Augen wird jeden Tag etwas vorgespielt, und das vordergründlich im Kino. Denn die 3D-Effekte kommen nur dadurch zu Stande, dass unser Gehirn ausgetrickst wird. Und das folgendermaßen:

1. Wieso können wir überhaupt Bilder in 3D sehen?

Im Grunde sehen unsere Augen alles zweidimensional. Würden wir nur mit einem Auge durch die Stadt gehen, würden wir den Bus und die Häuser als Scheiben wahrnehmen. Doch dadurch, dass das linke Auge durch den anderen Sichtwinkel etwas anderes sieht als das rechte, fügt unser Gehirn gleichzeitig zwei Bilder zusammen, und wir sehen ein Haus und einen Bus. Nur durch diese Technikleistung unseres Gehirns können wir überhaupt dreidimensional sehen.

Doch wie funktioniert das Ganze zu Hause am Fernseher oder auf der Leinwand im Kino? Ganz einfach: Die Leistung, die sonst unsere Augen vollziehen, übernehmen nun die 3D-Brillen. Dabei gibt es allerdings mehrere Möglichkeiten, diesen Effekt zu erreichen:

2. Effekte durch verschiedene Farben- Anaglyphenbrille

Bei den einfachen Brillen, die oft TV-Zeitschriften beigefügt sind, sind die Brillengläser unterschiedlich gefärbt. Das hat den Grund, dass jedes Auge ein verschiedenfarbiges Bild sehen soll. Somit entstehen zwei Bilder, die vom Gehirn in eines umgewandelt werden, und schon ist der 3D-Effekt vorhanden! Diese Brillen nennt man Anaglyphenbrillen oder Farbfilterbrillen.

Anaglyphenbrille

3. 3D-Bilder durch Polarisation- Polfilterbrille

Bei den Kinobrillen funktioniert es ein wenig anders, um eine bessere Qualität zu erhalten: Dort werden Projektlinsen benutzt, die Licht nur in bestimmten Wellen einlassen - die eine nur waagerechte, die andere nur senkrechte Wellen. Somit werden zwei verschiedene Bilder an die Leinwand geworfen, die leicht versetzt übereinander liegen. Diese werden von der Leinwand zurückgeworfen und von der Brille wieder in die waagerechten und senkrechten Wellen eingeteilt. Somit sieht jedes Auge ein anderes Bild, die wieder vom Gehirn zusammengefügt werden. Zusammen ergeben sie dann das 3D-Bild. Diese Brillen heißen Polfilterbrillen.

Polfilterbrillen werden übrigens auch schon für das 3D-Erlebnis zu Hause vor dem Fernseher eingesetzt. Da sich aber kaum jemand Projektoren ins Wohnzimmer stellt, funktioniert die Brille hier noch einmal anders. Dabei unterteilt eine im Fernseher eingesetzte Polarisationstechnik das Bild in Zeilen, die unterschiedlich polarisiert sind - also unterschiedliche Lichtwellen ausstrahlen. Die Brillengläser sind wie bei den Kinobrillen so konzipiert, dass die Gläser jeweils nur bestimmte Lichtwellen filtern. Somit sieht das linke Auge die ungeraden Zeilen, das rechte die geraden Zeilen. Diese unterschiedlichen Zeilen werden vom Gehirn, das diese Bildschnipsel als unlogisch erkennt, zusammengefügt, sodass wieder ein 3D-Bild entsteht.

Polarisationsbrille

4. Eine Brille mit wertvollem Inhalt- Shutterbrille

Die höchste Qualität beweist die Shutterbrille. Ihre Brillengläser sind nämlich mit Flüssigkristall gefüllt, deren Moleküle die Polarisation von Licht beeinflussen, damit für jedes Auge nur Halbbilder zu sehen sind. Ein Foto mit zwei Personen würde also so aufgeteilt werden, dass die Person, die links im Bild steht, vom linken Auge, die Person, die rechts steht, vom rechten Auge erfasst wird. Die Aufgabe des Flüssigkristalls ist es dabei, abwechselnd und innerhalb von Bruchteilen einer Sekunde die Hälfte des Bildes lichtundurchlässig, die andere Hälfte durchlässig zu machen. Die Brille funktioniert also im Grunde wie eine Augenklappe, die die Augen abwechselnd verdeckt. Somit erhalten beide Augen unterschiedliche Bilder, die vom Gehirn wieder zusammengefügt werden. Diese Brille hat zudem den Vorteil, dass sie an den Seiten so abgedichtet ist, dass keine Bilder außer den für das Auge Bestimmten gesehen werden können. So werden sogenannte „Geistereffekte“ vermieden - verzerrte Bilder, die entstehen können, wenn ein Auge das zweite Bild mit im Blick hat.

Abbildung Shutterbrille

5. Warum kann es zu Beeinträchtigungen kommen?

Leider sind diese Brillen keine Garantie dafür, dass Sie auch wirklich die Bilder in der 3D- Perspektive erkennen können. Das kann zum Beispiel daran liegen, dass Ihre Augen unterschiedlich scharf sind. Ein Besuch beim Optiker könnte Hilfe verschaffen, wenn Sie feststellen, dass die Brillen bei Ihnen gar nichts nützen. Es kann aber auch sein, dass die besten Augen keine 3D- Effekte wahrnehmen können, weil das Gehirn die beiden unterschiedlichen Bilder nicht zusammenfügen kann. Einige Menschen haben zum Beispiel Probleme damit, einen auf Papier gezeichneten Würfel als dreidimensionales geometrisches Objekt zu erkennen.

Diese Beeinträchtigungen sind aber zum Glück selten, denn meistens lässt sich das Gehirn austricksen. Doch um bei Avatar hautnah dabei zu sein oder im Schloss Hogwarts Harry Potter zu begleiten, lassen wir uns doch gerne mal manipulieren- oder?