Funktionen der Brille


Inhalt

1. Wofür wird eine Brille generell verwendet?
2. Wie hilft die Brille bei Kurzsichtigkeit?
3. Wie hilft die Brille bei Weitsichtigkeit?
4. Wie wirkt sich die Alterssichtigkeit auf das Sehvermögen aus und wie kann da eine Brille helfen?
5. Muss ich bei einer Hornhautverkrümmung eine Brille tragen?
6. Entspiegelung der Brillengläser
7. Was muss ich beim Tragen einer Brille beachten?


Aufsetzen und was sehen, so einfach ist das? Zwei Gläser, ein Gestell, zwei Bügel – das war es schon? Scheint manchmal so - denn man nimmt die Tatsache einfach hin, dass die Brille, die man gerade trägt, schon irgendwie ihren Dienst leistet. Eher seltener hinterfragt man die Wirk- und Funktionsweise einer Brille. Besonders, wenn die Brille nur als Schmuckstück verwendet wird und die Gläser nur aus normalem Fensterglas bestehen. Aber für viele Menschen ist die Brille einfach unverzichtbar und dient demnach nicht nur als Schmuck. Kaum vorstellbar: Was, wenn die Brille nie erfunden worden wäre? Für alle, die sich schon immer für die Funktionsweise der Brille interessiert haben, geben wir hier die wichtigsten Informationen über die Brille: für Kurzsichtige, für Weitsichtige, Alterssichtige und Menschen mit Hornhautverkrümmung.

1. Wofür wird eine Brille generell verwendet?

Im Allgemeinen wird eine Brille zur Korrektur jeglicher Formen der Fehlsichtigkeit eingesetzt, sei es nun bei Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit, Stabsichtigkeit (Hornhautverkrümmung) oder der sogenannten „Alterssichtigkeit“. Jede Brille hat dabei eine spezielle Aufgabe. So hilft die Brille für Kurzsichtige dabei, Dinge in weiterer Entfernung zu sehen. Denn je weiter die Kurzsichtigkeit fortgeschritten ist, umso weniger sieht der oder die Betroffene in der Ferne. Bei den Weitsichtigen ist es genau umgekehrt: Sie sehen in der Ferne gut, aber auf kurze Distanzen oder Gegenstände in unmittelbarer Nähe sehen Sie, entsprechend dem Grad ihrer Sehschwäche, immer weniger. Bei der Stabsichtigkeit ist die Hornhaut stark verkrümmt, so dass Objekte immer unscharf gesehen werden, egal ob in der Ferne oder in der Nähe. Die Bilder erscheinen dabei stabförmig verzerrt. Die Alterssichtigkeit ist ein spezieller Fall, der meist Menschen ab 40 Jahren betrifft. Selbst wenn die betreffende Person vorher nie eine Brille gebraucht hat, lässt mit fortschreitendem Alter die Sehleistung nach. Im Gegensatz zu früheren Zeiten, wo Brillengestelle eher unschön gestaltet waren und nur dem Zweck dienten, die Gläser festzuhalten, gibt es heute eine Vielfalt an Modellen und Gestellen, sodass selbst der größte Brillenkritiker überzeugt sein müsste, doch eine Brille zu tragen. Was kaum jemand weiß, ist der Fakt, dass Brillen auch bei anderen Fehlsichtigkeiten des Auges guten Nutzen bringen. So werden Brillen zum Beispiel bei Farbenblindheit oder Nachtblindheit eingesetzt. Heute gibt es auch spezielle Brillen für Sportler, die besonders stoßfest sind durch besondere Kunststoffverarbeitungen, oder auch Brillen speziell für Kinder, die in ihrer spielerischen Entwicklung durch diese nicht beeinträchtigt werden. Brillengestelle bestehen heute fast ausschließlich aus Kunststoff, da dieses Material beständig ist und sich gleichzeitig gut verarbeiten lässt, so dass auch mal ausgefallenere Gestelle hergestellt werden können. Bei den Gläsern hat man die Wahl: Kunststoff oder Glas, wobei Kunststoff immer beliebter wird, denn es ist eindeutig leichter als Glas und verspricht somit einen höheren Tragekomfort. Glas dagegen ist widerstandsfähiger, wiegt dafür aber eben etwas mehr. Wer sehr stark kurzsichtig oder weitsichtig ist, der braucht sicher dickere Gläser, die dann schon etwas mehr wiegen können. Es besteht aber auch die Möglichkeit, die Gläser aus Glas durch eine spezielle Technik zu verdünnen, so dass sie einerseits nicht mehr so dick wirken und andererseits leichter sind.

2. Wie hilft die Brille bei Kurzsichtigkeit?

Viele Menschen kennen das Gefühl: im Buch können sie alles lesen, aber wenn es darum geht, Sachen in weiterer Ferne zu erkennen, dann wird es schwierig. Je nach Dioptrien-Zahl (die Einheit, in der die Sehschwäche angegeben wird) sieht man Sachen nur verschwommen oder eben gar nicht mehr. Dann muss auf jeden Fall eine Brille her! Grund für die Kurzsichtigkeit oder Myopie: der Augapfel bei Kurzsichtigen ist zu lang. Dadurch kann das Licht, das auf das Auge trifft, nicht mehr richtig gebrochen und gebündelt werden und somit lässt die Sehstärke nach. Das Bild, welches das Auge dann ans Gehirn weiterleitet, wirkt unscharf. Augen zukneifen, um Sachen zu fokussieren, mag am Anfang einer beginnenden Sehschwäche noch bedingt helfen. Doch wir raten dazu, sich so schnell wie möglich um eine Brille zu kümmern, um weitere Folgeschäden zu vermeiden. Denn bleibt eine Kurzsichtigkeit unbehandelt, verschlimmern sich die Symptome immer mehr. Das Tragen der Brille bewirkt, dass das Licht, welches auf das Auge trifft, gestreut wird, um somit den zu langen Augapfel zu entlasten und Licht optimal bis zur Netzhaut zu bringen. Dadurch wird das Bild, das das Auge aufnimmt, schärfer. Hierfür werden konkave Linsen verwendet, die nach innen geformt sind und das Licht streuen. Natürlich muss die Stärke der Linsen an den jeweiligen Grad der Sehschwäche angepasst werden, damit die betroffene Person richtig sehen kann. Ist die Sehstärke nicht richtig eingestellt -  das heißt, sind die Linsen zu stark für das Auge oder zu schwach - kann der Träger trotzdem nicht richtig gut sehen. Deshalb ist es immer wichtig, sich eine Brille beim Optiker anpassen zu lassen. Dieser kann genau einstellen, welche Stärke die Gläser haben müssen.

Abbildung zur Kurzsichtigkeit

3. Wie hilft die Brille bei Weitsichtigkeit?

Kurz gesagt: Im genauen Gegensatz zu einer Brille für Kurzsichtige. Denn wo bei den Kurzsichtigen der Augapfel zu lang ist, ist er bei den Weitsichtigen zu kurz ausgeprägt. Das Licht wird somit nicht richtig gebrochen, wodurch ein perfektes Bild nicht erstellt wird. Eine Brille in der richtigen Sehstärke hilft hier, den kurzen Augapfel zu entlasten. Die Weitsichtigkeit - im Fachjargon Übersichtigkeit genannt - hat den Nachteil, dass das Licht nicht an der Netzhaut gebrochen wird, wie es bei einem gesunden Auge der Fall ist; sondern dahinter, was Betroffene daran merken, dass Dinge in der Ferne scharf wahrgenommen werden. Je näher aber Gegenstände kommen, umso unschärfer werden sie. In dem Falle wird eine Brille verschrieben, deren Linsen konvex sind. Das heißt, dass diese nach außen gewölbt sind, um das Licht zu sammeln oder zu bündeln, und somit dem Auge zu helfen, das richtige Bild ans Gehirn zu senden.

Abbildung zur Weitsichtigkeit

4. Wie wirkt sich die Alterssichtigkeit auf das Sehvermögen aus und wie kann da eine Brille helfen?

Zwischen dem 35. und 45. Lebensjahr lässt bei vielen Menschen die Sehkraft nach. Es kommt zu einer Altersweitsichtigkeit, bei der die Augen des Betroffenen nicht mehr richtig in der Lage sind, sich nahegelegenen Gegenständen anzupassen. Das heißt: Objekte in der Nähe werden immer unschärfer, da sich das Auge aufgrund der nachlassenden Sehkraft nicht mehr darauf fokussieren kann. Im Gegensatz zur „normalen“ Weitsichtigkeit und Kurzsichtigkeit, die durchaus als Krankheit angesehen wird, ist die Alterssichtigkeit einfach eine Begleiterscheinung des fortschreitenden Alters. Eine Lesebrille schafft Abhilfe. Diese muss nicht ständig getragen werden, da die Betroffenen meist alles andere noch gut erkennen können, jedoch beim Lesen oder Arbeiten am Computer eine Brille brauchen. Die Brille hilft dabei dem Auge, sich an die Nähe anzupassen. Je älter die Träger einer Alterssichtigkeitsbrille werden, umso höher wird auch die Dioptrien-Zahl der Brille, denn das Auge verliert im höheren Alter immer mehr die Kraft, nahe Gegenstände zu fokussieren. Es gibt hierbei verschieden Brillenarten, die dem Betroffenen helfen können. Zum Einen gibt es die einfache Lesebrille, die normale Einstärkengläser hat. Diese eignet sich vor allem beim Lesen oder Arbeiten am PC. Blickt die Person aber in die Ferne, muss die Brille wieder abgenommen werden. Sogenannte Halbbrillen werden eher seltener verschrieben, da deren Gläser nur halb hoch sind, sodass man über die Gläser hinaus in die Ferne schauen kann. Das hat aber den Vorteil, dass die Brille nicht abgenommen werden muss. Eine Bifokalbrille greift diesen Mechanismus auf, besteht aber aus einem ganzen Glas, das unten einen Teil für die Ferne und im oberen Bereich einen Teil für die Nähe besitzt. Bei Gleitsichtbrillen ist die Wirkweise ähnlich, nur nimmt ab der Mitte der Linse graduell der Fernteil zu. Was Ihnen dabei am besten gefällt, können Sie individuell beim Optiker klären.

5. Muss ich bei einer Hornhautverkrümmung eine Brille tragen?

Das ist auf jeden Fall empfehlenswert. Bei der Stabsichtigkeit, auch Hornhautverkrümmung genannt, wird das Licht in der Netzhaut nicht richtig gebrochen. Anstatt das Licht in der Netzhaut zu bündeln, wird es in einer sogenannten Brennlinie abgebildet. - Daher der Name Stabsichtigkeit. Die Hornhaut des Auges ist vorrangig für diese Aufgabe verantwortlich, denn je stärker diese gekrümmt ist, umso stärker wird das Licht gebrochen. Ist sie geringer gekrümmt, wird das Licht weniger gebrochen, sodass das Licht dann in einer Linie erscheint. Als normale Krümmung gelten 0,5 Dioptrien, bei mehr ist eine Korrekturbrille nötig. Die Gläser, die dafür verwendet werden, sind zylindrisch geformt. Bei dieser Fehlsichtigkeit kann es besonders zu anfänglichen Gewöhnungsproblemen kommen. Hier eignen sich auch Kontaktlinsen sehr gut, da diese beim Tragen einen Tränenfilm auf der Hornhaut bilden, der die Stabsichtigkeit ausgleichen kann. Ob man nun eine Brille oder Kontaktlinsen wählt, muss jeder für sich selbst entscheiden.

6. Entspiegelung der Brillengläser?

Das hängt von Ihren eigenen Vorlieben ab. Doch generell kann man eine Entspiegelung schon empfehlen. Die Eigenschaft von Glas ist, einfallendes Licht zu reflektieren. Die Entspiegelung sorgt dafür, dass das Licht nicht mehr so stark reflektiert wird. Durch eine spezielle Veredelungstechnik des Glases wird die Reflektion mehr oder weniger stark reduziert. Wollen Sie also Ihre Gläser nicht entspiegeln lassen, werden 4% bis 10% des Lichtes reflektiert, was sich vor allem auf die Sehkraft auswirkt. Mithilfe von Vakuum wird in mehreren Schichten ein spezielles Material aufgedampft, das die Reflektion schluckt und für klare Sicht sorgt. Dadurch sehen Sie so klar, als würden Sie gar keine Brille tragen. Reflektionen führen auch dazu, dass Sie schneller ermüden. Auch Ihr Gegenüber wird sich freuen, denn er kann Ihnen ungestört in die Augen sehen ohne geblendet zu werden. Da mehr Licht durch die Gläser durchkommt, sehen Sie Ihre Umgebung klarer und mit kräftigeren Farben. All das sollten Sie bedenken, wenn der Optiker nach einer Entspiegelung fragt. Diese ist nicht zwingend notwendig, ist aber wirklich eine Überlegung wert.

7. Was muss ich beim Tragen einer Brille beachten?

Zu allererst sollte man sich vergewissern, dass die Brille richtig passt. Das heißt: Kneifen die Bügel? Sitzt die Brille richtig auf der Nase? Die Brille sollte auch keine Druckstellen hinterlassen. Falls doch, sollte man nochmals zum Optiker gehen, oder vielleicht auch leichtere Kunststoffgläser in Betracht ziehen, die die Brille generell leichter machen. Am Anfang benötig man vielleicht auch etwas Eingewöhnungszeit mit den neuen Linsen. Denn hat man eben noch unscharf gesehen, so erkennt man jetzt alles ganz genau. Oft ist das Auge anfangs überfordert, doch es gewöhnt sich schnell an die neue Situation. Die Brille sollte sorgsam behandelt werden - also bitte nicht drauf setzen! Einige Modelle, besonders die mit filigranen Bügeln, stecken das nicht so leicht weg. Regelmäßige Reinigung der Gläser, aber auch der Bügel und des Gestells sorgen dafür, dass die Brille lange schön und erhalten bleibt.